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Myofunktionelle Störungen

Eine myofunktionelle Störung wird in der Regel vom Zahnarzt oder vom Kieferorthopäden diagnostiziert. Meist besteht ein viszerales Schluckmuster, bei dem die Zunge zum Auslösen des Schluckaktes gegen die Schneidezähne drückt und so der Grund für Zahnfehlstellungen sein kann. Zusätzlich kann eine myofunktionelle Störung auch eine eingeschränkte Mundmotorik oder eine schwache orale Muskulatur beinhalten.

Was ist ein falsches Schluckmuster?

Im Säuglingsalter besteht ein viszerales Schluckmuster, bei dem sich die Zunge während des Schluckaktes zwischen der oberen und unteren vorderen Gebissleiste einlagert. In der Regel stellt sich dieses Schluckmuster mit Abschluss des Milchgebisses ein und es entsteht ein somatisches Schluckmuster. Beim somatischen (korrekten) Schlucken liegt die Zunge am harten Gaumen und hat keinen Kontakt zu den Frontzähnen. Besteht nach dem vierten Lebensjahr noch ein viszerales Schluckmuster, kann der Druck, der permanent beim Auslösen des Schluckaktes gegen die Frontzähne entsteht, zu Zahnfehlstellungen führen.

Habits und Dysfunktionen

Unter dem Begriff Habits versteht man falsche Angewohnheiten wie Daumen lutschen, Lippen pressen/beißen oder Fingernägel kauen, aber auch orofaziale Dysfunktionen wie Mundatmung oder ein falsches Schluckmuster. Solche Habits können sich bereits auf das Milchgebiss und später auf das Wechselgebiss auswirken. Bei einer kieferorthopädischen Behandlung sollte daher vorab bzw. parallel die Therapie der Habits erfolgen, um ein anhaltend stabiles Ergebnis zu gewähren.

Beobachten Sie bei Ihrem Kind Auffälligkeiten im Kiefer- und Mundbereich, sollten Sie einen HNO- Arzt oder einen Kieferorthopäden aufsuchen. Ist Ihr Kind bereits in der einer kieferorthopädischen Behandlung und Sie sind auf mögliche Habits aufmerksam geworden, sprechen Sie am besten Ihren behandelnden Arzt auf die Symptome an.

Ihre Ansprechpartnerin

Inga Sprengel absolvierte 2013 ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin an der medizinischen Akademie in Leipzig und ist seither in der Sprech- und Sprachtherapie für Kinder und Jugendliche tätig. Im Januar 2020 erlangte sie zusätzlich ihr Zertifikat zur LRS-Trainerin.