Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) / Legasthenie

Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche / Legasthenie beschreibt eine enorme Störung des Lese-Schriftspracherwerbs, die sich meist schon zu Beginn des Schuleintritts bemerkbar macht. Um rechtzeitig mit einem gezielten LRS Training zu beginnen und einen Nachteilsausgleich in der Schule zu erhalten, ist eine möglichst frühe Abklärung der Symptome wichtig. Eine LRS wird von Ärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie oder von Kinder- und Jugendpsychologen diagnostiziert. Ausschlusskriterien für eine Diagnose sind eine Intelligenzminderung oder eine verzögerte Entwicklung kognitiver Fähigkeiten. Eine Verordnung für eine entsprechende Lerntherapie stellt jedoch, anders als bei der Logopädie, kein Arzt aus, sondern muss beim Jugendamt beantragt werden.

Zunächst muss das Kind lernen, dass jeder Laut in einem Wort zu einem Buchstaben gehört. Das lautgetreue Schreiben ist somit der erste Schritt zum Schriftspracherwerb. Wörter wie „LEGO“ oder „OMA“, die gesprochen werden, wie sie auch geschrieben werden, sollten in dieser ersten Stufe somit zuerst sicher beherrscht werden. Parallel sollte auch das Lesen solcher Wörter gefestigt werden.

Bestimmte Regelwerke der Rechtschreibung sollten hier erlernt, verinnerlicht und abgespeichert werden. Dazu gehören bspw. die korrekte Ausschreibung der Laute /SCH/, /ST/, /SP/und /CH/, das Dehnungs- H in der Mitte eines Wortes oder auch das Schreiben von Doppelkonsonanten. Solche Schreibweisen weichen meist vom Gehörten ab und es braucht Zeit, bis sie angewandt werden können.

Zusätzlich muss das Kind für eine fehlerfreie Rechtschreibung bestimmte grammatische Strukturen anwenden können. Dazu gehören bespielsweise die Steigerung von Adjektiven (laut – lauter – am lautesten), die Pluralbildung (ein Hund – zwei Hunde) oder das Ableiten des jeweiligen Wortstammes (Lehrer – lehren). Nur so können beispielsweise End- oder Umlaute ermittelt werden. Für die Groß- und Kleinschreibung müssen zusätzlich Wortarten differenziert werden können (Nomen – Adjektive – Verben).

Das Kind erlernt Texte zu schreiben und dabei weitere sprachliche Aspekte zu beachten. Dazu gehören bspw. die Differenzierung von Wortarten für die Herleitung von Groß- und Kleinschreibung, Satzgrammatik für Zeichensetzung und ein Wortverständnis für die Zusammen- bzw. Getrenntschreibung.

LRS Therapie

Starke Defizite im Lese- Rechtschreiberwerb entstehen häufig durch nicht vollzogene Lernschritte. Meist schaffen es betroffene Kinder nicht im vorgegeben Zeitraum Schreib- und Lesestrategien zu erlernen. Innerhalb eines gezielten LRS Trainings können in einer Einzeltherapie Inhalte individuell auf das Kind abgestimmt werden.

Generell steht hierbei das Erlernen gewisser Lese- und Schreibstrategien im Vordergrund.