Wann braucht mein Kind Logopädie?

Störungen oder Verzögerungen in der kindlichen Sprachentwicklung werden meistens dann deutlich, wenn der Vergleich zu anderen Kindern besteht. Häufig bemerken die Eltern selbst die Auffälligkeiten. Teilweise weisen auch Kindergärtner*innen auf die Abweichungen hin. Generell erhalten Kinder eine Heilmittelverordnung für Logopädie, wenn Verzögerungen oder Störungen in der Sprachentwicklung bestehen. Es können aber auch organische Ursachen, motorische Einschränkungen oder Unfälle im Gesichtsbereich der Grund für eine logopädische Behandlung sein.

Wie läuft eine logopädische Behandlung ab?

Am häufigsten stellen Ärzte eine Verordnung für zehn Therapieeinheiten a`45 min aus (Abweichungen je nach Störungsbild und Krankenkasse des Patienten). Haben Sie ein Rezept erhalten, sollten Sie sich zeitnah in unserer Praxis melden, damit wir versuchen können Ihnen Ihren Wunschtermin zu ermöglichen. In der Regel bleibt der Termin bestehen und wiederholt sich danach wöchentlich. Je nach Bedarf und Verordnung kann die Therapie auch 2x wöchentlich stattfinden. In den ersten Einheiten erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch mit den Erziehungsberechtigten des Kindes und eine Diagnostik, um das Störungsbild zu klären. Im Anschluss beginnt die Therapie, die individuell auf das Kind abgestimmt wird.

Wann ist eine logopädische Behandlung abgeschlossen?

Die Dauer einer logopädischen Therapie variiert stark nach Störungsbild und insbesondere bei Kindern auch nach ihrer Motivation und Bereitschaft. Meist ist eine Behandlung daher noch nicht nach einem Rezept abgeschlossen und es wird ein Folgerezept benötigt. Besteht jedoch eine Therapiemüdigkeit beim Patienten ist manchmal auch eine Therapiepause sinnvoll.

Wo erhalte ich eine Verordnung für Logopädie?

Grundsätzlich können alle Allgemeinmediziner eine Heilmittelverordnung für eine logopädische Behandlung ausstellen. Erste Anlaufstelle ist meist der behandelnde Kinderarzt, aber auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Zahnärzte / Kieferorthopäden können ein Rezept ausstellen.

Der Kinderarzt stellt keine Verordnung aus. Was kann ich tun, damit mein Kind trotzdem eine logopädische Behandlung bekommt?

Stellt der Kinderarzt kein Rezept aus, kann es helfen, wenn Sie dem Kinderarzt ein Schreiben vom Kindergarten oder der Schule vorlegen, aus dem hervorgeht, dass auch dort sprachliche Auffälligkeiten bemerkt wurden. Zusätzlich können Sie auch nach einem Rezept für eine Diagnostik (drei Einheiten) fragen. In der Regel besteht ein Rezept aus zehn Einheiten a`45 min (Abweichungen je nach Störungsbild und Krankenkasse des Patienten). Ein Rezept für eine Diagnostik beinhaltet meist nur 3 Einheiten a`45 min und bietet die Möglichkeit Behandlungsbedarf in einer logopädischen Praxis vom Fachpersonal festzustellen. Ermittelt die Logopädin logopädischen Behandlungsbedarf, wird dies in einem Bericht an den Arzt deutlich gemacht. Falls Sie bei Ihrem Kinderarzt keinen Erfolg haben sollten, können Sie auch beim HNO-Arzt oder Zahnarzt Ihres Kindes versuchen eine Verordnung zu bekommen.

Wie viele Folgeverordnungen kann ich für mein Kind bekommen?

Auch dies ist abhängig vom Störungsbild des Patienten. Generell können nach der Erstverordnung bis zu fünf Folgeverordnungen ausgestellt werden. Haben dann bereits 60 Therapieeinheiten stattgefunden, läuft eine Therapie „außerhalb des Regelfalles“. Eine solche Verordnung wird allerdings nur bei ausgeprägten Sprachstörungen ausgestellt. Findet eine Therapiepause von über drei Monaten statt, wird im Anschluss wieder eine neue Erstverordnung ausgestellt.

Ihre Ansprechpartnerin

Inga Sprengel absolvierte 2013 ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin an der medizinischen Akademie in Leipzig und ist seither in der Sprech- und Sprachtherapie für Kinder und Jugendliche tätig. Im Januar 2020 erlangte sie zusätzlich ihr Zertifikat zur LRS-Trainerin.